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Sven Regener

Sven Regener

Franz Kafka — Der Festivalmarathon

Im Kafka-Jubiläumsjahr gibt’s den Kultautor, Element of Crime-Mastermind und Rabenhof-Spezl Sven Regener als Live-Kafka-Interpreten. Mehr Kafka geht nicht!

6. bis 9. März 2024

Kafka erscheint uns rätselhaft, dabei schreibt er doch eigentlich in einer schlichten Prosa, seine Schilderungen sind präzise, seine Personen reden in einfachen Worten und es wird kein großes Gewese um sie gemacht. Dennoch glauben wir, immer etwas anderes, drittes ausmachen zu müssen, um das Gelesene zu interpretieren. Aber das ist vielleicht ein
Fehler. Vielleicht sollte man Kafka anders lesen, nämlich ohne Reserve und ohne interpretatorische Ambitionen. So wie wir mittlerweile in der Malerei dreibeinige Pferde oder blaue Bäume, wie wir atonale Musik und Wuppertaler Tanztheater hinnehmen können: nämlich wie es gerade kommt.


Anlässlich des 100. Todestages von Franz Kafka widmen Sven Regener und das Rabenhof Theater dem großen Dichter einen kleinen Festivalmarathon:


6. März — AMERIKA
7. März — DAS SCHLOSS
8. März — DER PROZESS
9. März — DIE VERWANDLUNG

 

  1. Tag: Amerika
    »"Amerika" ist für das Werk Franz Kafkas ein guter Einstieg, denn man kann das Buch auch fröhlich als Abenteuerroman lesen, in dem zwar sprachlich immer mal wieder die Perspektiven verrutschen, der eine Satz dem anderen widerspricht, Überdeutlichkeit mehr zur Vernebelung als zur Aufklärung beiträgt, aber was soll's, die Geschichte ist gut und man will wissen wie es weitergeht, und es geht immer weiter, weil Karl Roßmann ein wackerer Held ist, der alles Mögliche tut, bloß nicht lockerlassen.«
  1. Tag: Das Schloß
    »Das Schloß ist der letzte große Roman Franz Kafkas. Er erzählt von K., einem Landvermesser, der, vom Grafen eines ländlich gelegenen Schlosses beauftragt, neu in das Dorf vor dem Schloss kommt und überall auf Ablehnung stößt. Manche finden, Das Schloß sei ein deprimierendes Buch, aber das muss man nicht so sehen. Es ist viel Komik darin, viel Menschliches, Tröstendes, es gibt eben nicht nur den Kampf des Einzelnen gegen die Gesellschaft, nicht nur das Ausgestoßensein K.s, sondern auch Liebe, Bündnisse, fast Freundschaften und geheime Verabredungen.«
  1. Tag: Der Prozeß
    »Das ganze Buch ist eine große Parade von Spökenkiekern, Schlawinern, Quatschköpfen, Angebern, wirren Zauseln und Duckmäusern, die aber alle, und da bleibt einem das Lachen dann gleich wieder im Halse stecken, spießige Rädchen einer riesigen Machtmaschine sind, die unermüdlich daran arbeitet, Menschen zu verurteilen und zu vernichten. Wie immer wir bei der Lektüre versucht sind, das Gericht zu interpretieren, als Triumph eines exzessiven Über-Ichs, als Einbruch des Tragischen in den Alltag, als Unterdrückungsapparat der Gesellschaft gegen sexuelle, kulturelle, politische oder ökonomische Nonkonformität – alles wird ein, zwei Seiten später widerlegt oder jedenfalls nicht plausibler, da kann man es ebensogut erst einmal lassen, bei Kafka ist eine gewisse Hingabe nie falsch und das Buch belohnt sie vielfach, auch wenn es schlecht ausgeht.«
  1. Tag: Die Verwandlung
    »Gregor Samsa wacht eines Morgens auf und hat sich in einen großen Käfer verwandelt. Er kann nicht mehr sprechen und sein Äußeres verschreckt seine Eltern und seine Schwester, mit denen er zusammenwohnt und die bis jetzt finanziell von ihm abhängig waren. Und wenn auch seine Leute zuerst versuchen, ihn weiter wie einen Menschen zu behandeln weiter irgendwie mit ihm klarzukommen, und er ebenso versucht, seine Menschlichkeit zu behaupten und zu verteidigen, so geht doch mit der Zeit alles den Bach runter, jedenfalls für Gregor.«

»Bei Kafka ist eine gewisse Hingabe nie falsch und das Buch belohnt sie vielfach, auch wenn es schlecht ausgeht. Es muss nicht immer ein Happy End sein.«
Sven Regener

 

Termine

Mi
6.3.
20:00
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Do
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Fr
8.3.
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Sa
9.3.
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Kartenpreis: € 28,-*
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